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TOPOGRAPHIE DES TERRORS

- © Manfred Brückels
Die Topographie des Terrors dokumentiert die Schrecken der Nazizeit in all ihren Facetten, oft direkt am historischen Ort - ein richtungsweisendes Konzept, das seit vielen Jahren die Diskussion um die Aufarbeitung der Vergangenheit bereichert. Nach jahrelangen Kontroversen und dem nur teilweise gebauten und dann wieder abgerissenen Ursprungsentwurf von Peter Zumthor, der - wie sollte es anders sein in Berlin - am mangelnden Geld scheiterte, hat die Topographie des Terrors an der Stelle der ehemaligen Gestapo-Hauptverwaltung nun endlich auch ein festes Zuhause bekommen, und zwar auf dem Gelände neben dem Martin-Gropius-Bau. Das Dokumentationszentrum beherbergt die Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße” in deutscher und englischer Sprache in einer grundlegend überarbeiteten und neu gestalteten Fassung auf einer Fläche von 800 m².
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die zentralen Institutionen von SS und Polizei im Dritten Reich sowie die von ihnen europaweit verübten Verbrechen. Im Mai 2010 wurde das Dokumentationszentrum neu eröffnet, nach einem zweiten Architekturwettbewerb wurde ein zweigeschossiges, quaderförmiges, verglastes Gebäude mit einer Nutzfläche von 3500 m² realisiert, das über ein Erd- und ein Untergeschoss verfügt. Der Entwurf stammt von der Berliner Architektin Ursula Wilms in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt Heinz W. Hallmann. Orientiert an den freigelegten Gebäuderesten und Fundamenten der früheren Gestapozentrale wurde ein Gebäude geschaffen, das unter anderem die Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors beherbergt - eine Spezialbibliothek zu den Themenbereichen Polizei, SS, Gestapo im Dritten Reich und zum Nationalsozialismus allgemein. Dem Dokumentationszentrum Topographie des Terrors kommt dabei als "Ort der Täter" im Gegensatz zu den zahlreichen Opfergedenkstätten eine zentrale Bedeutung bei der Veranschaulichung des NS-Terrors zu.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind im Bibliotheksbestand rund 12.000 Titel vorhanden, langfristig soll die Bibliothek auf 40.000 Titel anwachsen. Die bislang provisorische Freiluft-Ausstellung an der Niederkirchnerstrasse, aufgestellt vor einigen Resten der Berliner Mauer, wurde überdacht und wird weiterhin gezeigt. Die Topographie des Terrors ist keine leichte Unterhaltung, aber definitiv sehenswert - ungefähr 500.000 Besucher kommen jedes Jahr hierhin. Einige mehr als der damals planierte und gewerblich genutzte Ort während seiner Nutzung als Harry's Autodrom anzog.




