THEATER FUNDUS DER KOMISCHEN OPER

- Theaterfundus der Komischen Oper, Berlin
Nicht nur für die Prinzessinnen, Feen, Cowboys und Ritter unter uns ist der Theater-Fundus der Komischen Oper in Berlin-Mitte eine besondere und vor allem individuelle Alternative zu den eingetretenen Pfaden großer Shoppingmeilen. Wer sich durch den Geruch von Mottenpulver, der hier in der Luft liegt, um die edlen und teilweise recht alten Gewänder zu schützen nicht abhalten lässt, wird auf ein Shopping-Erlebnis der besonderen Art stoßen.
Im Theater-Fundus der Komischen Oper findet man auf mehreren, recht verwinkelten Etagen eine gigantische Auswahl an Kostümen, Requisiten und Möbelstücken, oft in sehr aufwendiger Verarbeitung und hoher Qualität, manchmal aber auch schon etwas abgenutzt und mit entsprechender Patina versehen.
Hier gibt es wundervolle und skurrile Kostüme aus Theater und Oper zu bewundern und auch zu erstehen, denn es muss sowohl dort als auch bei Film- und Fernsehproduktionen regelmäßig Platz für neue Kostüme und Accessoires geschaffen werden – am besten immer auf die Sale-Zeiten des Fundus achten, die auf orangefarbenen Plakaten am Gebäude in der Glinkastrasse angeschlagen sind!
Wer sich nicht ganz sicher ist, ob ein Rokoko-Kleid beim nächsten Club-Besuch wirklich die erste Fashion-Wahl ist, kann sein persönliches Outfit einfach durch ein paar besondere Accessoires oder Schmuckstücke pimpen und somit ganz individuell gestalten, denn fast alle Dinge sind Einzelstücke, wenn auch nicht unbedingt original antik.
Was Style, Qualität, Alter und Zustand der begehrenswerten und seltenen Objekte betrifft, kann man im Theater-Fundus der Komischen Oper praktisch alles entdecken – nur leider keine günstigen Schnäppchen.
Die Preise der Repliken von historischen Roben und außergewöhnlichen Möbelstücke aus verschiedenen deutschen Theaterwerkstätten sind exorbitant und beginnen in der Regel selten unter einigen hundert Euro, nach oben hin scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein – leider ein Wermutstropfen beim Besuch des Theater-Fundus, dessen ich mir gerade bei den Möbelstücken schon des Öfteren schmerzlich bewusst wurde.
Doch selbst wenn man der Meinung ist, kein kleines Vermögen für eine Hofdamen-Robe, eine goldene Harfe oder einen überdimensionalen Styropor-Schwan investieren zu wollen, so ist ein Besuch im Theater-Fundus, bei dem man durch die herrlichsten Wunderwerke der Schneiderkunst stöbern kann, mindestens genauso unterhaltsam wie der Besuch von La Traviata!




