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POTSDAMER PLATZ
Potsdamer Platz
10785 Berlin
Panoramafotos: Potsdamer Platz bei Nacht, Sony Center bei Nacht,
Potsdamer Platz Arkaden, Potsdamer Platz bei Tag

- © Land Berlin/Thie
Der Potsdamer Platz ist sicherlich das beeindruckendste Bauprojekt im Berlin des letzten Jahrzehnts. Wer das leere Niemannsland, das der Potsdamer Platz kurz nach der Maueröffnung war noch im Kopf hat, der muß staunen angesichts der Geschwindigkeit, mit der dieser komplett neue "Stadtteil" aufgebaut wurde. Heutzutage ist aus der damaligen Brache ein belebtes und vielbesuchtes neues Stadtzentrum geworden, auch wenn man wie so oft keine wirkliche Durchmischung von Lebens-Orten und Kommerzbauten erreicht hat: in stadtplanerischer Hinsicht kann man am Potsdamer Platz durchaus einiges kritisieren.
Nach der Ausschreibung für die Gestaltung des Potsdamer Platzes wurde entschlossen, den Masterplan von Renzo Piano umzusetzen. Er orientiert sich an den historischen Gegebenheiten des Potsdamer Platzes nach einem städtebaulichen Entwurf der Münchner Architekten Hilmer und Sattler, sowohl Straßenführung als auch der Wechsel zwischen bebauten und unbebauten Flächen folgen dem historischen Vorbild. Bis auf das im Krieg unzerstört gebliebene Haus Huth war ja eigentlich nichts mehr vorhanden an dieser Stelle, sodass man nicht wie bei vielen anderen Stadtplanungsprojekten die Zerstörung gewachsener, urbaner Lebensräume und Strukturen für Kommerzprojekte beklagen muss (Stichwort Spreeufer). Durch die Ansiedlung hochklassiger Hotels und Gastronomie hat man wenigstens erreicht, dass dieses Areal nach Büroschluss nicht völlig verwaist daherkommt, aber von einem lebendigen Satdtteil habe ich doch andere Vorstellungen.
Bei der Ausgestaltung der Häuser am Potsdamer Platz kamen mehrere Architektenteams (unter anderem Hans Kollhoff und Helmut Jahn) zum Einsatz, die sich von den Grundzügen an den Masterplan hielten, bei den Details aber eigene Vorstellungen verwirklichten. So ist ein buntes Gemisch aus Firmengebäuden wie dem Debishaus, der Bahnzentrale oder dem Sony Center ebenso hier zu finden wie viele Luxushotels (Grand Hyatt Berlin, The Mandala, Marriott, Ritz-Carlton), ein IMAX-Kino, zahlreiche Bars und Restaurants, die Arkaden, Berlins größte Einkaufspassage und weitere Möglichkeiten ein paar Stunden hier sinnvoll und konsumorientiert zu verbringen. Besonders das beeindruckende Forum des Sonycenters am Potsdamer Platz sollte man nicht verpassen, vor allem bei Nacht bietet die beleuchtete, zeltartige Dachkonstruktion ein imposantes Motiv. Definitiv sehenswert, aber von den Eindrücken eines Paul Boldt meilenweit entfernt:
Auf der Terrasse des Café Josty
Der Potsdamer Platz in ewigem Gebrüll
Vergletschert alle hallenden Lawinen
Der Straßentrakte: Trams auf Eisenschienen,
Automobile und den Menschenmüll.
Die Menschen rinnen über den Asphalt,
Ameisenemsig, wie Eidechsen flink.
Stirne und Hände, von Gedanken blink,
Schwimmen wie Sonnenlicht durch dunklen Wald.
Nachtregen hüllt den Platz in eine Höhle,
Wo Fledermäuse, weiß, mit Flügeln schlagen
Und lila Quallen liegen - bunte Öle;
Die mehren sich, zerschnitten von den Wagen. –
Aufspritzt Berlin, des Tages glitzernd Nest,
Vom Rauch der Nacht wie Eiter einer Pest.
Diese Eindrücke in Sonnettform sind wohlgemerkt von 1912 - um zu dieser urbanen Lebendigkeit zurückzukehren hat der Potsdamer Platz noch ein Stück Weg vor sich. Planungen sehen vor, dass langfristig hier eine Wohnfläche von 20% entstehen soll bzw 20.000 Menschen wirklich hier leben sollen. Bis dahin findet man in den Hotels zumindest schöne Domizile auf Zeit und bemerkenswerte Fotomotive.
Dagewesen? Dann hier Kommentar schreiben!
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