KAISER-WILHELM-GEDÄCHTNISKIRCHE

- Foto © Land Berlin/Thie
"Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, sie kränkt mich sehr; sie ist ein teures Vermächtnis, doch leider auch nicht mehr" dichtete einst Christian Morgenstern - was man wohl eher als Kaiser- denn als Architekturkritik werten muß. Die Gedächtniskirche ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins nach dem Krieg geworden und steht symbolhaft für Zerstörung und Aufbauwillen. Die neo-romanische Kirche aus Wilhelminischer Zeit wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und niemals wiederaufgebaut. Stattdessen wurde nach Protesten der Berliner Bürger gegen den geplanten Abriß entschieden, die 68 Meter hohe Turmruine als Mahnmal stehen zu lassen und eine neue Kirche zu errichten.
Von 1959-61 wurde dann die moderne Betonkirche erbaut, die zusammen mit dem alten Turm ein eindrucksvolles Mahnmal darstellt. Das von Egon Eiermann entworfene Ensemble, das den alten Turm praktisch in die Mitte nimmt, bewahrt so Altes und Neues in einer spannungsvollen Einheit. Durch die blauen Glasbausteine im Andachtsraum der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche erhält das Innere eine ruhige, sanfte Beleuchtung, die meditativer Stimmung durchaus zuträglich ist. Beim Vorbeischlendern ruhig mal ein paar Minuten für die Besichtigung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche von Innen planen, denn erst hier erschließt sich die gewollte Stimmung des Bauwerks.




