HAUPTBAHNHOF BERLIN

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Der Berliner Hauptbahnhof ist eines der größten Bauprojekte Berlins seit der Wiedervereinigung und seit der Fertigstellung (kurz vor der WM 2006) ein beliebtes Touristenziel. Der in der Planungsphase als Lehrter Bahnhof bekannte Hbf ist mittlerweile der zentrale Umsteigebahnhof der Stadt und besitzt Trassen sowohl in Nord-Süd als auch in Ost-West-Richtung. Die Funktion als Drehkreuz und Knotenpunkt spiegelt sich auch in der architektonischen Ausgestaltung wieder: die Ost-West-Trasse wird von einer gigantischen, verschiebbaren Stahl- und Glaskonstruktion überspannt, während die niedriger gelegenen Nord-Süd Trassen von den Seitenflügeln des Gebäudes eingerahmt werden. Der sogenannte Turmbahnhof (Bahnhof mit Gleisen auf mehreren Ebenen) ist der größte Europas, täglich halten 225 Züge des Fernverkehrs, 325 Züge des Nahverkehrs sowie 627 S-Bahnen im Bahnhof. Pro Tag wird ein Gesamtvolumen von ca. 300.000 Reisenden hier durchgeschleust, in sofern ist es nur konsequent dass der Funktionsbau zusätzlich mit Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten und Geschäften des täglichen Bedarfs versehen wurde (unter anderem eine 24 Stunden geöffnete Apotheke).
Auf drei Etagen bietet der Bahnhof 15.000 m² Nutzfläche für rund 80 Einzelhandelsgeschäfte im Bereich Damen- und Herren-Oberbekleidung, Gastronomie, Lebensmittel, Geschenke, Gesundheit/Wellness und anderes. Die Bundesregierung hat alleine für dieses monumentale und ambitionierte Projekt mehr als fünf Milliarden Euro investiert, was den Berliner Hauptbahnhof zu einem wahren Mammutprojekt macht, das symbolisch auch für die weitere Entwicklung Berlins steht - mit der Osterweiterung der EU wird Europas größter Umsteigebahnhof das wichtigste Drehkreuz für den Verkehr nach Osten sein.
Peinlich allerdings für das "Entrée zur Hauptstadt" ist die bis jetzt noch nicht erfolgte Anbindung ans U-Bahnnetz, die mangels Finanzkraft der Bundeshauptstadt in weite Ferne verschoben wurde. Trotz der Lage im Niemannsland ist der Hauptbahnhof aber ein echter Touristenmagnet geworden, dessen Besichtigung lohnt - eine Fahrt mit den Panoramaaufzügen verschafft einen guten Überblick. Amüsant ist der Rechtsstreit des Architekten Meinhard von Gerkan mit der Deutschen Bahn, die eigenmächtig entstellende Veränderungen an seinem Entwurf vornahm (eigentlich um Kosten zu sparen, letztendlich wurde es dann aber wesentlich teurer als der ursprüngliche Entwurf) sowie seine Meinung zur Bebauung der unmittelbaren Umgebung des Hauptbahnhofs - mehr dazu in diesem Spiegel-Artikel.




