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CHARITÉ
Medizinhistorische Sammlung
Charitéplatz 1 - ehemals Schumannstr. 20-21
10117 Berlin
Telefon: 030 - 450 536 156
Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di, Do, Fr 10:00 - 17:00 Uhr,
Mi 10:00 - 19:00 Uhr, Sa 10:00 - 19:00 Uhr, So 10:00 - 17:00 Uhr
Webseite
Panoramabilder: Ausstellungsraum, Virchow-Porträt
Präparatesammlung 1, Präparatesammlung 2

- Aus der Präparatesammlung
Die Charité ist Berlins größtes Klinikum und mittlerweile weltberühmt für die Fähigkeiten ihrer Mediziner. Größen wie Virchow, Koch und Sauerbruch lehrten und arbeiteten hier und trugen dazu bei, sowohl der Charité als auch der Medizin im Allgemeinen große Dienste zu erweisen. Im Jahre 1710 als Isolierstation für Pestkranke gegründet, blickt die Charité mittlerweile auf drei Jahrhunderte Medizingeschichte zurück. Eindrucksvoll vor Augen geführt wird dem Besucher diese Geschichte in der Medizinhistorischen Sammlung des Pathologischen Instituts. Hier werden medizinische Präparate und konservierte Anomalien aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Dauerausstellung zeigt Exponate der Präparatesammlung des Pathologischen Instituts, die mehrere tausend Exemplare umfasst und von Virchow selbst mit großem Engagement gepflegt wurde. Bei der Betrachtung der Präparate, vor allem der Totgeburten und der nicht lebensfähigen missgebildeten Säuglinge wird dem Besucher deutlich, was für ein Zufall ein normales, gesundes Leben eigentlich ist - wie man hier sehen kann, liegen unendlich mehr Möglichkeiten in der zufälligen Kombination zweier Gene als die, die wir gemeinhin für normal erachten. Unter anderem riesige Zyklopenaugen mitten auf der Stirn und vieles andere, das den Betrachter staunend zurückläßt.
Eine Ausstellung, die nachdenklich macht und den Betrachter mit sanftem Zwang dazu bringt, die Selbstverständlichkeit des eigenen, gesunden Lebens in Frage zu stellen. Nicht unbedingt etwas für schwache Nerven (daher auch für Besucher unter 16 nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zugänglich), aber wie ich finde ein erfahrens- und empfehlenswertes Erlebnis. Weiterhin beschäftigt sich die Ausstellung der Berliner Charité intensiv mit Virchows Leben und Wirken, seinen anthropologischen Studien, seinen Verdiensten um die allgemeine Hygiene (Berliner Kanalisation und Markthallen sowie zentrale Schlachthöfe gehen auf Ideen von Virchow zurück) und zeichnet ein eindringliches Portrait eines der größten Söhne der Stadt.




