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BERLINER MAUER

 

 

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Berliner Mauer Bethaniendamm, Berlin
Blick von West nach Ost, © Thierry Noir 1986

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Das sagte Walter Ulbricht noch im Juni 1961 auf einer Pressekonferenz, zwei Monate vor ihrer Errichtung. Vom 13. August 1961 trennte die Berliner Mauer ungefähr 28 Jahre lang den Ostteil der Stadt vom kapitalistischen Westen. Quer durch die Stadt Berlin wurde ein Bauwerk errichtet, das zu den markantesten Symbolen des Kalten Krieges wurde und die Trennung zwischen dem Ostblock und dem Westen für Jahrzehnte buchstäblich zementierte. Hauptsächlicher Sinn des "antifaschistischen Schutzwalls" war die Verhinderung der unter Strafe gestellten Republikflucht der DDR-Bürger, die dem Arbeiter-und Bauernparadies in den Jahren zuvor zunehmend den Rücken gekehrt hatten, was zu einer empfindlichen Bevölkerungsabnahme führte. An der Berliner Mauer (wie an der gesamten innerdeutschen Grenze) stationierte Grenztruppen mit Schießbefehl sorgten für einige Hundert Tote, die genaue Zahl ist bis heute umstritten und nicht genau belegbar.

 

Erich Honecker war als damaliger ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen für die Planung und Umsetzung des Mauerbaus politisch im Namen der SED-Führung verantwortlich, der Protest des damaligen regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, Willy Brandt, hinderte ihn nicht an der Umsetzung seines Vorhabens. West-Berlin wurde damit faktisch eine west-deutsche, eingemauerte Enklave auf ostdeutschem Gebiet mit nur wenigen, streng bewachten Grenzübergängen, den sogenannten Checkpoints: Alpha (Helmstedt), Bravo (Dreilinden) und Charlie (Berlin).

 

Als die Berliner Mauer in der Nacht von Donnerstag, dem 9. November auf Freitag, den 10. November 1989 endlich fiel, passierten alleine in den ersten Stunden nach der Öffnung Zehntausende DDR-Bürger die Grenzübergänge. Bereits für das Wochenende nach dem 9. November kündigte die DDR überraschend die Öffnung von zehn neuen Grenzübergängen an; darunter einige an besonders symbolträchtigen Orten, wie dem Potsdamer Platz, der Glienicker Brücke und der Bernauer Straße, am 22. Dezember 1989 folgte auch die Öffnung am Brandenburger Tor in Gegenwart des Bundeskanzlers und des Ministerpräsidenten der DDR.

 

Als ich im Januar 1990 zum ersten Mal in Berlin war um das Ganze aus der Nähe zu betrachten, waren überall die bekannten "Mauerspechte" am Werk, die Stücke aus der Berliner Mauer schlugen, die dann oftmals als Souvenir verkauft wurden, so man sich nicht selbst eines herausgehämmert hat. Heute würde ich mit dem Kauf dieser Souvenirs eher vorsichtig sein, es sei denn die Authentizität ist einem egal - denn soviel Mauer gab's gar nicht, wie seitdem als Souvenirs in Berlin an Touristen verkauft wurde.

 

Überhaupt ist heute nur noch wenig von dieser üblen Hinterlassenschaft des Kalten Krieges zu sehen. An der Bernauer Straße zwischen den ehemaligen Bezirken Wedding und Mitte liegt die Gedenkstätte Berliner Mauer. Sie umfasst ein erhaltenes Teilstück der Grenzanlagen, das Dokumentationszentrum Berliner Mauer sowie die Kapelle der Versöhnung. Die Gedenkstätte stellt einen durch künstlerisch-gestalterische Mittel ergänzten neu aufgebauten Mauerabschnitt am Originalort dar. Weiter gibt es den Abschnitt an der Niederkirchnerstrasse, dem heutigen Ausstellungsort der Topographie des Terrors, sowie ein 15 Meter langes original erhaltenes Teilstück der Grenzmauer an der Liesenstrasse.

 

Alles andere, was man noch in Berlin findet sind Teile der sogenannten Hinterlandmauer, die nicht die eigentliche Grenzbefestigung zum Westen darstellte, z.B. das heute East Side Gallery genannte Stück Mauer an der Mühlenstrasse. Reste der Hinterlandmauer finden sich auch am Mauerpark (vor allem im Sommer ist der Mauerpark ein Anziehungspunkt und die wohl schönste Nachnutzung des ehemaligen Todesstreifens), entlang der Bernauer Straße, auf dem Gelände des ehemaligen Stettiner Bahnhofs und auf dem Invalidenfriedhof.

 

Von den ehemals 302 Grenzwachtürmen stehen heute noch drei in Berlin: eine ehemalige Führungsstelle im Schlesischen Busch in Treptow, wo der denkmalgeschützte Wachturm in einem zu einem Park umgewandelten Stück des Mauerstreifens steht und besichtigt werden kann, einer an der Erna-Berger-Straße sowie ein dritter in der Kieler Straße.

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